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Ethereum Kurs unbeeindruckt vom ICO-Verbot in Südkorea

Mit der Bekanntgabe, dass in Südkorea ICOs verboten werden, erreichten die Krypto-Investoren vermeintlich schlechte Nachrichten. Auf den Kurs von Ethereum hatte die Entscheidung Südkoreas allerdings kaum nachhaltig negative Auswirkungen.

Finanzmarktaufsicht Südkoreas verbietet ICOs

Die Finanzmarktkommission Südkoreas (South Korean Financial Supervisory Service, FSS) gab am 29. September 2017 bekannt, ICOs (Initial Coin Offering) ab sofort zu verbieten. Begründet wurde diese radikale Entscheidung mit dem hohen Risiko für Anleger, bei betrügerischen ICOs finanziellen Schaden zu nehmen. Es ist davon auszugehen, dass diese Entscheidung temporär ist. Denn das offizielle Südkorea selbst ist grundsätzlich ebenso positiv gegenüber der Blockchain-Technologie eingestellt, wie seine Einwohner. Sogar die Finanzmarktkommission selbst hat ein Projekt in diesem Bereich angekündigt. Experten vermuten, dass auch an Möglichkeiten gearbeitet wird, ICOs zu regulieren, um Betrug in der Zukunft einen Riegel vorschieben zu können. Vorerst war zudem unklar, ob ICOs generell verboten werden sollen, oder ob dies nur für südkoreanische ICOs gelte.

Der Ethereum-Kurs fiel kurz nach Bekanntwerden dieser Entscheidung um ungefähr 7 Prozent von 299 US-Dollar auf 280 US-Dollar. Er erholte sich allerdings bald darauf wieder und befindet sich derzeit wieder im Bereich von 300 US-Dollar.

Südkorea ist einer der größten Ethereum-Märkte

Südkorea ist kein unbedeutender Player was Kryptowährungen betrifft. Besonders Ethereum ist in dem asiatischen Land überaus populär. Mit Bithump, Coinone und Korbit sind gleich drei der 5 weltweit größten Ethereum-Handelsplattformen in Südkorea beheimatet. Ungefähr 40% des weltweiten Ethereum-Handels entfallen derzeit auf Südkorea.

Für diese Plattformen ist die Entscheidung der Finanzmarktkommission jedoch ein herber Dämpfer. Nach dem ICO-Verbot in China hatte man eher damit gerechnet, dass Südkoreas Bedeutung in diesem Sektor eher zunehmen wird. Denn viele Chinesen würden auf südkoreanische Plattformen ausweichen, um das Verbot in China zu umgehen.

Das Positive am ICO-Verbot in Südkorea

Gerade für den Kurs von Ethereum müsste eine solche Entscheidung also negative Auswirkungen haben. Denn die überwiegende Mehrheit aller ICOs wird auf der Ethereum-Blockchain abgewickelt. Die Nachricht drückte den Kurs tatsächlich jedoch nur für kurze Zeit. Das hängt wohl damit zusammen, dass zum Einen die Anleger nach dem ICO-Verbot in China bereits vorbereitet auf weitere ähnliche Entscheidungen waren. Zum Anderen gibt es viele in der Branche, die eine gewisse Regulierung von ICOs begrüßen. Denn tatsächlich hatte der Hype um ICOs und den Kryptomarkt im Allgemeinen gerade in Asien börsenfieberartige Ausmaße angenommen. Dass sich unter den zahlreichen ICOs einige schwarze Schafe befinden, wird wohl kaum jemand bestreiten wollen. Doch viele Anleger kaufen in der Hoffnung auf stark steigende Kurse was sie bekommen können, ohne sich überhaupt über die Unternehmen zu informieren, welche die ICOs veranstalten.

Der grundsätzliche Bedarf an gewisser Regulierung von ICOs ist wohl der Hauptgrund dafür, dass der Kurs von Ethereum nahezu unbeeindruckt auf die Entscheidung der Finanzmarktkommission Südkoreas reagiert hat. Denn der Schutz vor betrügerischen Tätigkeiten im Bereich der Kryptowährungen sollte naturgemäß im Interesse aller liegen.